Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Buddhas Tränen – meditative Achtsamkeit für Trauernde │26.-28. Juni 2020

26. Juni 2020 @ 15:30 - 28. Juni 2020 @ 14:00

Dieser Kurs wendet sich an alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Trauernden in Kontakt sind, sie begleiten oder unterstützen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

Um als Trauernder von Buddhas Vermächtnis zu profitieren, muss er weder Buddhist sein, noch werden, überhaupt wird dazu keinerlei religiöser Überbau benötigt. Vor 2.600 Jahren verschob Buddha die Grenzen des menschlichen Geistes. Die von ihm entwickelten neuronalen Techniken werden heute Meditiation und Achtsamkeit genannt. Ihre umfangreichen positiven psychischen und physischen Auswirkungen bestätigt die westliche Medizin schon lange. Mit am bekanntesten ist heute die von Jon Kabat-Zinn Ende der 1970er Jahre entwickelte ‚Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion‘ (MBSR). In klinischen Studien konnten ihre positiven Auswirkungen bei chronischen Schmerzzuständen, Ängsten und Panikattacken, Depressionen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie dem Burn-out-Syndrom nachgewiesen werden.

Der Buddhismus geht davon aus, dass unser Geist Leiden und Stress hervorbringt, auch weil wir uns an bestimmte Erfahrungen klammern und gleichzeitig andere verdrängen oder verleugnen. Gerade bei Trauer wird dieser Mechanismus sehr deutlich. Trauernde sind in einer Denk- und Gefühlsroutine der Verlusterfahrung gefangen und haben das Gefühl, dass sie diese Struktur und ihre automatischen Reaktionen nie überwinden können.

Trauernde beginnen, ihre emotionale Angst als ganz selbstverständlich anzusehen und konditionieren damit ihren Mind und Körper in einen dauerhaften Angstzustand. Das Problem dabei ist, dass die Wiederholung der Emotionen und des Erlebnisses dem Körper und dem Gehirn ein Wohlbefinden vermitteln, vergleichbar einem Kick. Deshalb werden sie so etwas wie süchtig nach diesen Emotionen. Und beginnen sie zu verteidigen, auch um überhaupt noch etwas fühlen zu können.

Hier kann meditative Achtsamkeit eine sinnvolle Lösung sein. Wir können lernen, unsere Gehirnwellen zu beruhigen und zu verlangsamen. Frei von einem religiösen Überbau und von irgendwelchen strengen Sitzhaltungen ist eine meditative Einstellung ein effizientes Tool der Resilienzförderung. Wer sich immer wieder in den Moment zurückholt, sobald er merkt, dass er in die Vergangenheit und in die gewohnte Routine abdriftet, macht seinen Willen größer als das alte Programm und befreit sich von den Ketten der Emotionsroutinen. Achtsamkeit ist primär eine Denkhaltung, die alle Kräfte auf eine tiefere Erkenntnis des Lebens und dem Erreichen eines seelischen Gleichgewichts und Wohlgefühls ausrichtet.

Diese Zusammenhänge sind in den westlichen Medizin und Gehirnforschung längst mehrfach belegt. Bereits nach acht Wochen sind bei Anfängern Veränderungen im Gehirn nachweisbar. In Studien wurde belegt, dass ihre Wirksamkeit größer ist als die von Placebos. Durch Blutproben wurde nachgewiesen, dass teilweise bereits nach nur 15 Minuten Meditation Entzündungsvorgänge im Zusammenhang mit Stress reduziert wurden

Der Trauernde leidet zwei Arten von Schmerz, den Verlust und den mental emotionalen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion ist, dass wir auch bei akuten Schmerzen weniger leiden, wenn die Aufmerksamkeit voll auf den Schmerz fokussiert ist, losgelöst von der persönlichen Leidensgeschichte. Wer beginnt sich auf die Trauer einzulassen, indem sie angenommen wird, indem man ihr zustimmt, entdeckt man, dass das eigentliche Leiden in den eigenen Gedanken dazu liegt. Auch Kabat-Zinn stimmt zu, dass dieser Perspektivenwechsel für jemand, der von Trauer gequält wird, eine echte Herausforderung darstellt. Doch der Schlüssel zur Verminderung des Leidens liegt in der Hinwendung, und nicht im Versuch davor zu fliehen. Die Qual ist nicht die Trauer, sondern die Zeit bis zum Augenblick des Zustimmens.

Dieser Kurs macht Trauerbegleiter mit der Achtsamkeitsmeditation vertraut und befähigt sie zu ihrer Anleitung und Durchführung mit Trauernden oder in Trauergruppen. Vorkenntnisse in Meditation oder Buddhismus sind weder für Trauernde noch für interessierte Trauerbegleiter nötig. Gleichwohl ist Meditation eng mit der Gedankenwelt des Buddhismus verbunden. Da im Buddhismus die Befreiung von Leid eine zentrale Rolle einnimmt, sind die Aussagen wie ‚kein Anhaften‘, ‚Gleichmut‘ und ‚Leben im Hier und Jetzt‘ für die Bewältigung von Trauer geradezu prädestiniert, stehen teilweise jedoch auch in starkem Gegensatz zu den uns vertrauten Denkhaltungen. Dieser Kurs und die Praxis mit Trauernden dient der Weitergabe des Nutzens ohne Hinwendung zu einer bestimmten Lehre.

Termine: 26.-28.06.2020

 Weitere Informationen und Anmeldung www.trauer.care

Buddhas Tränen – meditative Achtsamkeit für Trauernde │26.-28. Juni 2020

Details

Beginn:
26. Juni 2020 @ 15:30
Ende:
28. Juni 2020 @ 14:00
Veranstaltungskategorien:
, ,
Website:
www.trauer.care

Veranstalter

Trauerbegleitung
Website:
www.trauer.care

Veranstaltungsort

Seminarhaus am Liebfrauenberg
Am Liebfrauenberg 28
Selters-Haintchen, Hessen 65618 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
06084-608274
Website:
www.seminarhaus-am-liebfrauenberg.com