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Trauer wirklich verstehen │18.-20.09.2020

18. September 2020 @ 15:30 - 20. September 2020 @ 14:00

Dieser Kurs wendet sich an alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Trauernden in Kontakt sind, sie begleiten oder unterstützen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Trauer ist bislang nur als komplexes, nebulöses Gebilde definiert, das kaum ein deutliches Verständnis und kaum konkrete Wegweiser bietet, weder für Trauernde noch für Trauerbegleiter. Ist eine kurze, prägnante Definition der Trauer und des Trauerprozesses möglich? Ja, und genau diese Definition will ich Ihnen hier vorstellen:

Trauer ist Sterben. Ein Sterben in ein neues Leben. Trauer ist eine intensive Übergangssituation aus einer Lebensphase in eine neue. Der Tote ist einen physischen Tod gestorben. Der Trauernde stirbt einen psychischen Tod. Die Trauer über den Verlust eines Menschen führt den Trauernden an die Trauer über das, was er in sich selbst verloren hat. So geht er selbst durch einen Sterbeprozess und erlebt ihn als Geburtsvorgang in ein neues Leben.

Erik Erikson hatte schon 1965 darauf hingewiesen, dass der Mensch von Geburt an mit unterschiedlichsten Trennungssituationen konfrontiert ist. Der Schritt in eine nächste Phase sei erst möglich, wenn man sich aus dem Schutz und der Sicherheit des bisherigen Zustandes herauslöst. Dieser innere Kampf zwischen neuen Herausforderungen und liebgewordenen Gewohnheiten könne nur gewonnen werden, wenn der Verlust verarbeitet wird, so Erikson. Damit hatte er einen wesentlichen Grundstein für ein Verstehen der Trauer und des Trauerprozesses beschrieben, der rätselhaft unerhört blieb.

Tatsächlich gleichen sich Sterbe- und Geburtsphasen. Insbesondere Stanislav Grof hat in seiner Jahrzehnte langen Arbeit mit Krebspatienten festgestellt, dass die Todeserfahrung vergleichbar der Geburtserfahrung ist. Die Phasen des realen Geburtsvorgangs wiederholen sich im Sterben und in der Trauer in aller Deutlichkeit. Sie begleiten jede Übergangssituation in unserem Leben. Weil sie selbst Krisen sind und die Phasen einer Krise an ihnen deutlich zu erkennen sind. Ihre Kenntnis schafft ein Verständnis für unsere psychische und physische Reaktion in Krisen, Sterben und Trauer.

Diese sog. perinatalen Matrizen vereinen in sich die drei heute dominanten Entstehungsmodelle der Trauer: Die Bindungstheorie, die kognitive Stresstheorie sowie den sozial-konstruktivistischenErklärungsansatz. Grof definiert die einzelnen Phasen der perinatalen Matrizen (stark zusammengefasst) wie folgt:

  • Die Erfahrung der kosmischen Einheit.
  • Die Erfahrung des kosmischen Verschlungenwerdens.
  • Die Erfahrung des Eingeschlossenseins.
  • Die Erfahrung des Ringens mit Tod und Wiedergeburt.
  • Die Erfahrung von Tod und Wiedergeburt.

Es fällt nicht schwer, den Trauerprozess mit diesen perinatalen Matrizen zu verbinden. Vielmehr verdeutlichen sie Trauer als komplexen Bewältigungsprozess. Von Trauernden erlebte Zustände finden und erklären sich hier. Gleich ob es sich um mentale Aspekte handelt wie Verwirrung, Konzentrationslosigkeit, etc. Oder um emotionale Aspekte wie Leid, Selbstvorwürfe, etc. Oder um körperliche Aspekte wie Erschöpfung, Schlafloskeit, etc. oder um Verhaltensaspekte.

Auch die Modelle der Trauerphasen und Aufgaben der Trauerarbeit docken deutlich erkennbar an ihnen an. Mit diesem Ansatz wird eine Synthese mit einer bisher vermissten Transparenz, Deutlichkeit und Griffigkeit geschaffen. Das Bedürfnis von Trauernden nach einer Orientierung und nach Informationen, die beitragen, das eigene Erleben verstehen und einordnen zu können, wird damit erschöpfend erfüllt. Auch entlastet sie die Erkenntnis, dass das Spektrum an möglichen Erfahrungen und eigenen Reaktionen sehr breit ist und auch extreme und für sie sonst ungewohnte Emotionen, Körperempfindungen, Gedanken und Verhaltensweisen einschließt. 

So kann die Trauer angenommen werden und entfaltet ihre heilsame Kraft, den Verlust akzeptieren zu können und innerhalb der neuen Rahmenbedingungen eine sinnvolle und befriedigende Perspektive für die Zukunft finden zu können. Der Trauernde erlebt die Metamorphose im Außen und im Innen. Aus der finsteren Nacht der Seele geht ein neues Leben hervor.

An diesem Wochenende entdecken Sie ein wesentlich tieferes Verständnis der Trauer und klare Wegweiser für den Trauerprozess und Ihren Umgang mit Trauernden.

 Termine: 24.-26.04.2020, 18.-20.09.2020, 30.10.-01.11.2020

Weitere Informationen und Anmeldung www.trauer.care

Trauer wirklich verstehen │18.-20.09.2020

Details

Beginn:
18. September 2020 @ 15:30
Ende:
20. September 2020 @ 14:00
Veranstaltungskategorien:
,
Website:
www.trauer.care

Veranstalter

Trauerbegleitung
Website:
www.trauer.care

Veranstaltungsort

Seminarhaus am Liebfrauenberg
Am Liebfrauenberg 28
Selters-Haintchen, Hessen 65618 Deutschland
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Telefon:
06084-608274
Website:
www.seminarhaus-am-liebfrauenberg.com